Entwicklungen wie Klimawandel, geopolitische Spannungen, technologischer Wandel oder demografische Veränderungen durch Bevölkerungsalterung und Migration haben tiefgreifende Auswirkungen auf gesellschaftliches Zusammenleben.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) stärkt in den kommenden Jahren seine Förderung zur Erforschung der Demokratie. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie demokratische Gesellschaften in Europa und weltweit auf aktuelle Herausforderungen reagieren und wie sie Krisen, Polarisierung und Ungleichheiten standhalten können. Dabei geht es auch darum, das Vertrauen zwischen Staat und Bürgerinnen und Bürgern zu fördern.
Auch der gesellschaftliche Zusammenhalt bleibt ein Kernthema. Das BMFTR unterstützt weiterhin das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ), das untersucht, was Menschen in einer vielfältigen Gesellschaft verbindet, wo Spannungen entstehen und wie Spaltung und Polarisierung überwunden werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der DDR-Forschung. Die wissenschaftliche Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit ist wichtig, um Demokratie und Widerstandsfähigkeit im vereinten Deutschland weiter zu festigen. Durch neue Forschungsschwerpunkte an Hochschulen soll diese Arbeit langfristig gesichert werden.
Die Extremismus- und Radikalisierungsforschung wird breit gefördert. Besonders im Fokus stehen Antisemitismus, Rechtsextremismus, Rassismus und Islamismus. Forschungsergebnisse sollen stärker in die Praxis einfließen, um demokratische Werte zu schützen und Prävention zu verbessern.
Die Friedens- und Konfliktforschung erhält angesichts globaler Krisen – etwa durch den russischen Angriff auf die Ukraine – besondere Bedeutung. Sie untersucht Ursachen von Konflikten und liefert Wissen, das Politik und Gesellschaft hilft, friedliche Lösungen zu finden. Dazu gehört auch die Förderung der Osteuropa-, Flucht- und Flüchtlingsforschung.
Schließlich investiert das BMFTR in Forschungsdateninfrastrukturen, die eine solide Basis für sozial- und geisteswissenschaftliche Analysen schaffen. Gefördert werden unter anderem das Datenportal für Rechtsextremismus- und Rassismusforschung (DP:Rex), das Monitoring Electoral Democracy (MEDEm) sowie internationale Projekte wie SHARE, der European Social Survey (ESS) und CESSDA.
Mit diesen Förderschwerpunkten wird das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) das Potenzial der Geistes- und Sozialwissenschaften, an der Gestaltung zukunftsfähiger demokratischer Gesellschaften mitzuwirken, konsequent stärken. Dabei wird sowohl Grundlagenforschung gefördert, die unser Verständnis aktueller und künftiger Herausforderungen schärft, als auch praxis- und anwendungsbezogene Forschung, um diese Herausforderungen zu adressieren. Komplexe Herausforderungen und Transformationsprozesse erfordern vielfältige fachliche Perspektiven: Daher stärkt das BMFTR auch die interdisziplinäre und die internationale Forschungszusammenarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften