Über das Programm „Orientierung für eine Welt im Wandel“ (2026–2032)
In aller Welt sind sie hochgeschätzt: die Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland. Dank ihrer historisch fundierten und zugleich gegenwartsbezogenen Forschung schaffen sie ein tiefgreifendes Verständnis von Mensch, Gesellschaft, Technik und Kultur.
Überblick Programm „Orientierung für eine Welt im Wandel“ (2026–2032)
BMFTR
Geistes- und Sozialwissenschaften helfen, gesellschaftliche Entwicklungen zu verstehen, komplexe Herausforderungen einzuordnen und politische, wirtschaftliche und kulturelle Weichenstellungen zu reflektieren. Gerade in einer Welt, die sich schnell und disruptiv verändert, sind diese wissenschaftlichen Expertisen unverzichtbar, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.
Mit dem Rahmenprogramm „Orientierung für eine Welt im Wandel“ stärkt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die Geistes- und Sozialwissenschaften als zentrale Stütze für die Gestaltung unserer Gesellschaft. Ziel ist es, aktuelle gesellschaftliche, technologische und kulturelle Herausforderungen fundiert zu analysieren und Lösungen zu entwickeln, die den freiheitlich-demokratischen Grundwerten verpflichtet sind und das Wohlergehen der Menschen fördern.
Globale Machtverschiebungen, geopolitische Spannungen, antidemokratische Mobilisierungen, aber auch disruptive technologische Entwicklungen – demokratische Gesellschaften sind mit vielfältigen, komplexen Herausforderungen konfrontiert. Wirksam lassen sich diese Entwicklungen nur dann angehen, wenn ihre gesellschaftlichen, politischen, ethischen und kulturellen Dimensionen in den Blick genommen werden. Genau hier bringen die Geistes- und Sozialwissenschaften ihr Wissen ein – differenziert, problembezogen und praxisnah. Auch der technologische und digitale Wandel wird zum Wohl der Menschen am besten gelingen, wenn er gemeinsam von Technik-, Geistes- und Sozialwissenschaften gestaltet wird.
Mit dem aktuellen Rahmenprogramm, das auch in der Hightech Agenda Deutschland verankert ist, wird die Forschung zum Umgang mit gegenwärtigen und künftigen gesellschaftlichen Herausforderungen nachhaltig unterstützt.
Forschung am Puls der Zeit
Die Illustration zum neuen Rahmenprogramm "Orientierung für eine Welt im Wandel" von Susanne Asheuer
Susanne Asheuer
Das BMFTR-Rahmenprogramm ermöglicht den Geistes- und Sozialwissenschaften, konstruktiv zur positiven Weiterentwicklung von Gesellschaft beizutragen. Das Rahmenprogramm bildet das Dach für die laufende Förderung von Einrichtungen und Vorhaben sowie für neue Förderangebote, die das BMFTR in den Jahren 2026-2032 in den folgenden Themenbereichen veröffentlichen wird:
Die Forschung untersucht, wie demokratische Gesellschaften stabil, resilient und inklusiv bleiben können – trotz geopolitischer Spannungen, technischer Umbrüche und gesellschaftlicher Polarisierung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Demokratieforschung, Extremismus- und Radikalisierungsprävention sowie Friedens- und Konfliktforschung.
2. Den technologischen Fortschritt zum Wohle der Menschen voranbringen
Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz verändern unser Leben grundlegend. Das Programm fördert die geistes- und sozialwissenschaftliche Begleitforschung, um Chancen und Risiken zu analysieren, gesellschaftliche Akzeptanz zu stärken und technologische Innovationen verantwortungsvoll zu gestalten.
3. Kulturelles Erbe für die Gesellschaft nutzbar machen
Materielles und immaterielles Kulturerbe wird als Ressource für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Innovation betrachtet. Gefördert werden Projekte, die historische Kenntnisse in die Gegenwart übertragen, interdisziplinäre Forschung stärken und neue Anwendungen für Bildung, Politik und Kultur entwickeln.
4. Entwicklungsräume für die Geistes- und Sozialwissenschaften fördern
Das Programm schafft Freiräume für Forscherinnen und Forscher, unterstützt internationale Kooperationen, kleine Fächer und die inhaltliche Weiterentwicklung von Disziplinen. So wird die Innovationskraft und Sichtbarkeit der Geistes- und Sozialwissenschaften gestärkt und ihre zentrale Rolle im deutschen Wissenschaftssystem gesichert.
Gefördert werden Forschungsvorhaben, die konkret auf die oben genannten gesellschaftlichen Herausforderungen abzielen. Zugleich werden Förderformate erhalten und weiterentwickelt, die der Wissenschaft Freiraum für Entwicklungen gewähren, beispielsweise mit der Möglichkeit, innovative Themen selbst zu setzen oder in internationalen Zusammenhängen zu forschen. Darüber hinaus werden die Geistes- und Sozialwissenschaften auch strukturell gestärkt, indem die nachhaltige Vernetzung von Vorhaben und Disziplinen sowie die inhaltliche Weiterentwicklung von Disziplinen gefördert wird.
Das GSW-Rahmenprogramm stärkt die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung im deutschen Wissenschaftssystem nachhaltig und trägt so zu dessen Exzellenz, Weltoffenheit und internationaler Wettbewerbsfähigkeit bei.
Von der Forschung zu den Menschen
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis. Dazu gehören:
Kooperationen mit Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
Wissenschaftskommunikation und öffentliche Beratung
Konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Bildung und gesellschaftliches Engagement
Forschungsergebnisse werden dort verfügbar gemacht, wo sie unmittelbar gebraucht werden, um positive gesellschaftliche Veränderungen zu ermöglichen.
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