Demokratieforschung

Demokratien beruhen auf dem Versprechen eines Lebens in Würde, Freiheit und Sicherheit – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion oder Weltanschauung. Alle Menschen haben in der Demokratie das unveräußerliche Recht, an der Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens mitzuwirken.

Menschenmenge auf einem von Bäumen gesäumten Boulevard mit Springbrunnen im Hintergrund

thinkstock

Demokratien beruhen auf dem Versprechen eines Lebens in Würde, Freiheit und Sicherheit – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion oder Weltanschauung. Alle Menschen haben in der Demokratie das unveräußerliche Recht, an der Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens mitzuwirken.

Doch dieses Demokratieversprechen gerät zunehmend unter Druck. Weltweit stehen offene und freie Gesellschaften vor erheblichen Herausforderungen: Klimawandel, demografischer Wandel, technologische Entwicklungen und geopolitische Konflikte haben tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der Menschen und werfen drängende ethische, soziale und politische Fragen auf. 

Zugleich wächst die Sorge vor einer inneren Erosion der Demokratie. So lässt sich seit einigen Jahren  selbst in reifen, etablierten Demokratien ein Verlust demokratischer Qualität bis hin zum Erstarken antidemokratischer Kräfte und autokratischer Bestrebungen in einigen Staaten beobachten. Begleitet werden diese Entwicklungen durch nachlassendes Demokratievertrauen in Teilen der Bevölkerung und einen Zulauf für populistische oder auch extremistische Positionen und Akteure. Wo diese an Macht und Einfluss gewinnen, geraten demokratische Werte und Grundrechte in Gefahr.

Diese Entwicklungen zeigen: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Errungenschaft, die aktiv geschützt und weiterentwickelt werden muss. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert deshalb ab 2026 gezielt Forschungsprojekte aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, die sich mit den aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven demokratischer Systeme beschäftigen. 

Das BMFTR startet zu diesem Zweck eine neue, mehrjährige Förderinitiative im Bereich der Demokratieforschung. Mit der Rahmenbekanntmachung „Aktuelle und künftige Herausforderungen demokratischer Gesellschaften“, die in Kürze veröffentlicht wird, stärkt das BMFTR gezielt die geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Demokratieforschung. Ziel ist es, sowohl Forschungserkenntnisse als auch politisch und gesellschaftlich anschlussfähiges Wissen zu Gegenwart und Zukunft der Demokratie zu generieren, um aktuelle Krisen, Herausforderungen und Entwicklungspfade demokratischer Systeme sach- und lösungsorientiert diskutieren zu können. 

Die Rahmenbekanntmachung sieht die regelmäßige Veröffentlichung von Förderaufrufen zu spezifischen Themen und Fragestellungen der Demokratieforschung vor. Ein erster Förderaufruf wird zeitgleich mit der Rahmenbekanntmachung veröffentlicht und wird sich der Bewältigung tiefgreifender Transformationsprozesse in demokratischen Systemen widmen. 

Alle Förderaufrufe werden auf dieser Seite veröffentlicht. Dabei werden alle Informationen bezüglich der zu fördernden Themen und Inhalte sowie der formalen Bedingungen zur Verfügung gestellt.