Doch dieses Demokratieversprechen gerät zunehmend unter Druck. Weltweit stehen offene und freie Gesellschaften vor erheblichen Herausforderungen: Klimawandel, demografischer Wandel, technologische Entwicklungen und geopolitische Konflikte haben tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der Menschen und werfen drängende ethische, soziale und politische Fragen auf.
Zugleich wächst die Sorge vor einer inneren Erosion der Demokratie. So lässt sich seit einigen Jahren selbst in reifen, etablierten Demokratien ein Verlust demokratischer Qualität bis hin zum Erstarken antidemokratischer Kräfte und autokratischer Bestrebungen in einigen Staaten beobachten. Begleitet werden diese Entwicklungen durch nachlassendes Demokratievertrauen in Teilen der Bevölkerung und einen Zulauf für populistische oder auch extremistische Positionen und Akteure. Wo diese an Macht und Einfluss gewinnen, geraten demokratische Werte und Grundrechte in Gefahr.
Diese Entwicklungen, Umwälzungen und Krisen fordern die Problemlösungsfähigkeit demokratischer Systeme heraus und zeigen zugleich: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Errungenschaft, die aktiv bewahrt und weiterentwickelt werden muss. Deshalb rücken Fragen von Erhalt, Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit demokratischer Systeme zunehmend in den Fokus der politischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Debatte. Die Geistes- und Sozialwissenschaften spielen hierbei eine Schlüsselrolle: Indem sie soziale, kulturelle und politische Entwicklungen historisch und gegenwartsbezogen einordnen, helfen sie uns, aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für Demokratien besser zu verstehen.
Hier setzt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit der Rahmenbekanntmachung „Aktuelle und künftige Herausforderungen demokratischer Gesellschaften“ an, die am 18. Mai 2026 veröffentlicht wurde (Rahmenbekanntmachung als PDF). Ziel dieser mehrjährigen Förderinitiative ist es, sowohl Forschungserkenntnisse als auch politisch und gesellschaftlich anschlussfähiges Wissen zu Gegenwart und Zukunft der Demokratie zu generieren. Damit sollen Grundlagen entstehen, um die Herausforderungen und Entwicklungspfade demokratischer Systeme sach- und lösungsorientiert diskutieren zu können.
Die Rahmenbekanntmachung sieht die regelmäßige Veröffentlichung von spezifischen Förderaufrufen vor. Diese werden jeweils im Webportal zum BMFTR-Rahmenprogramm „Orientierung für eine Welt im Wandel“ unter Zukunftsfähige Demokratien | Demokratieforschung veröffentlicht. Ein erster Förderaufruf zum Thema „Transformation in der Demokratie“ erschien zeitgleich mit der Rahmenbekanntmachung am 18. Mai 2026.
Die hier veröffentlichten Förderaufrufe enthalten alle erforderlichen Informationen bezüglich der zu fördernden Themen und Inhalte sowie ergänzende formale Bedingungen. Bitte beachten Sie, dass die Bedingungen der Rahmenbekanntmachung jeweils komplementär zu berücksichtigen sind.
Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt. Als Projektträger für die Umsetzung dieser Fördermaßnahme des BMFTR ist der DLR-PT beauftragt. Er bietet im Zeitfenster zwischen der Veröffentlichung des Förderaufrufs und der jeweiligen Einreichungsfrist eine ergänzende Beratung für die Erstellung von Projektskizzen an. Im Nachgang eines Begutachtungsverfahrens bietet der DLR-PT zudem eine Beratung zur Einreichung von Förderanträgen seitens der ausgewählten Projekte an.
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