Entwicklungsräume für die GSW

Forschung braucht Freiräume – besonders, wenn es darum geht, neue Ideen zu entwickeln, Disziplinen weiterzuentwickeln und innovative Forschungsansätze zu erproben.

Symbolbild für internationale Vernetzung: Weltkarte mit Stecknadeln und Bindfäden; © Thinkstock

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Forschung lebt von Neugier, Kreativität und dem Mut, neue Wege zu gehen. Der Bereich „Entwicklungsräume für die Geistes- und Sozialwissenschaften“ eröffnet genau diese Möglichkeiten: Hier können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler innovative Fragestellungen aufgreifen, interdisziplinäre Ansätze ausprobieren und Pionierarbeit für die Weiterentwicklung ihrer Disziplinen leisten.

Die Entwicklungsräume bieten nicht nur wissenschaftliche Freiheit, sondern verbinden diese mit gesellschaftlicher Relevanz: Forschende erhalten die Möglichkeit, neue wissenschaftliche Bedarfe zu identifizieren, Wissen zu erweitern und Impulse für Politik, Bildung, Kultur und Gesellschaft zu setzen. Dadurch tragen die Geistes- und Sozialwissenschaften maßgeblich dazu bei, dass Forschung in Deutschland zukunftsfähig, innovationsstark und international wettbewerbsfähig bleibt.

Mit gezielten Förderformaten von Regionalstudien und Merian Centres über Käte Hamburger Kollegs zu europäischen Förderprogrammen schafft das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Rahmenbedingungen, die es erlauben, kreative Ideen zu entfalten, disziplinäre Grenzen zu überschreiten und nachhaltige Forschungsstrukturen aufzubauen – ein Raum, in dem Wissenschaft frei wirken und neue Impulse für die Gesellschaft entstehen können.

Gleichzeitig werden internationale Kooperationen gestärkt, digitale und interdisziplinäre Forschungsinfrastrukturen ausgebaut und die Entwicklung junger Forschender gezielt unterstützt. So entstehen nachhaltige Netzwerke, die den wissenschaftlichen Austausch, die Innovationskraft und die Sichtbarkeit der Geistes- und Sozialwissenschaften langfristig fördern.

Ob Zukunftsvisionen Afrikas, Innovationsfähigkeit Asiens oder Wandel in Osteuropa – grenzüberschreitende Fragen können nur in internationaler Zusammenarbeit beantwortet werden. Daher fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die grenzüberschreitende Forschungszusammenarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Wie kaum ein anderes Instrument ermöglichen die Merian Centres, die in verschiedenen Weltregionen angesiedelt sind, Forschung in langjährigen, transnationalen Arbeitszusammenhängen.

Ein weiteres erfolgreich erprobtes Förderinstrument für die geisteswissenschaftliche Spitzenforschung in Deutschland sind die Käte Hamburger Kollegs, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler frei zu selbst gewählten Themen forschen. Die Kollegs widmen sich neuen, innovativen Fragestellungen – auch über Disziplinen hinweg.

Durch interdisziplinäre Ansätze verbinden Regionalstudien historische, kulturelle und soziale Perspektiven und schaffen so Grundlagen für fundierte politische Entscheidungen, nachhaltige Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ob in Europa, Asien oder Afrika – diese Forschung macht es möglich, Regionen in ihrer Komplexität zu verstehen und Handlungsmöglichkeiten für Politik, Verwaltung und Gesellschaft abzuleiten. Freie und innovative Forschung erfordert außerdem Vielfalt und Vernetzung starker Disziplinen und Forschungsfelder. Derzeit prägen 161 Kleine Fächer die deutsche Hochschullandschaft, rund 80 Prozent zählen zu den Geistes-, Kultur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Mit ihrem einzigartigen Spezialwissen tragen sie zur Profil- und Strukturbildung deutscher Universitäten sowie zur Internationalisierung bei.

Auch die Max Weber Stiftung, die vom BMFTR langfristig unterstützt wird, leistet mit derzeit weltweit zehn Instituten sowie weiteren Forschungsgruppen und Büros einen wesentlichen Beitrag zur Verständigung und Vernetzung zwischen Deutschland und den Gastländern bzw. -regionen, fördert den Dialog der Fachkulturen und verstärkt die Internationalisierung der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung.

Das weltweit größte Programm der Forschungs- und Innovationsförderung ist Horizont Europa, das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, mit einem Gesamtbudget von rund 95,5 Milliarden Euro für die Laufzeit von 2021 bis 2027. Besonders interessant für die Geistes- und Sozialwissenschaften ist das Cluster 2 „Kultur, Kreativität und inklusive Gesellschaft“, für das 2,3 Milliarden Euro an Fördermitteln bereitstehen. Beratung bietet die Nationale Kontaktstelle (NKS) Gesellschaft. Die internationale Vernetzung und die Suche nach potentiellen Projektpartnern unterstützt Net4Society, das internationale Netzwerk der nationalen Kontaktstellen für Cluster 2 in Horizont Europa.

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