Ausgezeichnet: BMFTR-Projekt „Jüdische Alltagskultur“ gewinnt WissKomm-Preis der Uni Leipzig
Der erste Preis für Wissenschaftskommunikation der Universität Leipzig ging an das BMFTR-Projekt „Jüdische Alltagskultur in Deutschland vermitteln“. Die Auszeichnung wurde am 14. April 2026 im Rahmen des 4. WissKomm-Symposiums an der Universität Leipzig erstmals vergeben.
Preisverleihung: 1. Platz beim Preis für Wissenschaftskommunikation, von links: Preisträger PD. Dr. Philipp Graf, Prof. Dr. Jens-Karl Eilers, Prorektor für Exzellenzentwicklung: Forschung und Transfer, Dr. Katarina Werneburg, Leiterin Netzwerk Wissenschaftskommunikation
Swen Reichhold/Universität Leipzig, SUK
Ein zeitgemäßes Bild jüdischen Lebens in Deutschland zu vermitteln – das war das Ziel des BMFTR-Verbundprojekts »Das Objekt zum Subjekt machen. Jüdische Alltagskultur in Deutschland vermitteln« am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, einem An-Institut der Universität Leipzig. Von 2022 bis 2025 hat das Forscherteam im Rahmen des BMFTR-Projekts drei Themenhefte für den Schulunterricht und die Erwachsenenbildung erstellt, in Zusammenarbeit mit dem Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands. Die Hefte liegen sowohl in gedruckter Fassung als auch kostenlos online im Open Access vor.
Von der Forschung in die Bildung
Die Themenhefte des Dubnow-Instituts ermöglichen es, Aspekte jüdischer Alltagskultur im Unterricht zu behandeln – sie eignen sich für den Unterricht ab der 7. Klasse und die politische Erwachsenenbildung. Die Hefte, die den Leitlinien der Kultusministerkonferenz und der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission entsprechen, vermitteln Grundkenntnisse über jüdische Alltagskultur, einschließlich religiöser Praktiken. Dabei nehmen sie die Vielfalt und den Wandel der jüdischen Gemeinschaften in Deutschland seit der Wiedervereinigung explizit in den Blick (siehe GSW-Interview). Das Verbundprojekt, das im Rahmen der BMFTR-Förderlinie »Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus« gefördert wurde, verband kulturgeschichtliche Grundlagen- mit anwendungsorientierter Schulbuchforschung und bereitete die Ergebnisse praxisbezogen für Lehrkräfte auf. Kurz gesagt, es hat Forschung in Bildungsangebote übersetzt. Für diese Leistungen wurde das Verbundprojekt nun mit dem Preis für Wissenschaftskommunikation der Universität Leipzig ausgezeichnet.
Erster Platz für die Themenhefte des BMFTR-Projekts
Preisverleihung: 1. Platz beim Preis für Wissenschaftskommunikation, von links: Dr. Katarina Werneburg, Leiterin Netzwerk Wissenschaftskommunikation, Preisträger PD. Dr. Philipp Graf, Prof. Dr. Jens-Karl Eilers, Prorektor für Exzellenzentwicklung: Forschung und Transfer
Swen Reichhold/Universität Leipzig, SUK
Am 14. April 2026 hat die Universität Leipzig erstmals ihren Preis für Wissenschaftskommunikation verliehen. Der erste Platz ging an das BMFTR-Projekt „Jüdische Alltagskultur in Deutschland vermitteln“, das insbesondere durch seine zielgruppengerechte Aufbereitung und praxisnahe Vermittlung überzeugte. Projektkoordinator PD Dr. Philipp Graf nahm die Auszeichnung beim 4. WissKomm-Symposium an der Universität Leipzig vor rund 130 Gästen entgegen. Graf und seine Kolleginnen und Kollegen entwickelten die Themenhefte für den Schulunterricht sowie einen ergänzenden Methodenkoffer – Materialien, die die Jury als besonders gelungenes Beispiel moderner Wissenschaftskommunikation würdigte.
In ihrer Begründung hebt die Jury hervor, dass das Leipziger Projekt wissenschaftliche Erkenntnisse zu einem gesellschaftlich relevanten Thema besonders verständlich und zielgruppengerecht vermittle. Digitale Elemente ermöglichten eine vertiefte Auseinandersetzung weiterführenden Inhalten und fördere entdeckendes Lernen. Zugleich erhöhe der Methodenkoffer die Anschlussfähigkeit über den schulischen Kontext hinaus. Insgesamt verbinde der Beitrag in überzeugender Weise inhaltliche Tiefe, zugängliche und integrierende Vermittlungsformen und gesellschaftliche Anschlussfähigkeit – und setze damit ein herausragendes Beispiel für gelungene Wissenschaftskommunikation. (Mehr dazu auf der Webseite zum Preis für Wissenschaftskommunikation an der Universität Leipzig.)
Anerkennung für Wissenschaftskommunikation
Der Preis für Wissenschaftskommunikation an der Universität Leipzig wurde 2026 erstmals vom Netzwerk Wissenschaftskommunikation ausgelobt, um besonderes Engagement im Bereich der Wissenschaftskommunikation an der Universität Leipzig zu würdigen. Die Jury hatte unter 27 Einreichungen auszuwählen. Bewertet wurden unter anderem Kriterien wie Originalität, Verständlichkeit, Zielgruppenbezug, gesellschaftliche Relevanz und Interaktionsmöglichkeiten. Der Preis wird durch die Leipziger Universitätsstiftung finanziert und ist mit 2000 Euro für den ersten Platz dotiert. Der zweite Platz wurde gleich dreimal vergeben – ein Zeichen für die hohe Qualität und Vielfalt der eingereichten Beiträge im Bereich Wissenschaftskommunikation an der Universität Leipzig.
Das BMFTR-Verbundprojekt »Das Objekt zum Subjekt machen. Jüdische Alltagskultur in Deutschland vermitteln«
Das BMFTR-Verbundprojekt »Das Objekt zum Subjekt machen. Jüdische Alltagskultur in Deutschland vermitteln« am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow verfolgte das Ziel, kulturgeschichtliche Grundlagenforschung mit anwendungsorientierter Schulbuchforschung zu verbinden und deren Ergebnisse praxisbezogen für Lehrkräfte und Multiplikatoren der historisch-politischen Bildung aufzubereiten, um sie für die Bekämpfung des Antisemitismus zu nutzen. Jüdinnen und Juden werden dabei nicht primär als Opfer von Diskriminierung und Verfolgung verstanden, sondern als Subjekte mit pluralen religiösen, weltlichen und politischen Selbstverständnissen. Im Rahmen des Forschungsprojekts sind in Zusammenarbeit mit dem Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands bis 2025 drei Themenhefte für den Schulunterricht und die Erwachsenenbildung entstanden. Sie beleuchten verschiedene Aspekte jüdischer Alltagskultur und wollen dazu beitragen, ein zeitgemäßes Bild jüdischen Lebens in Deutschland zu vermitteln. Das BMFTR hat das Verbundprojekt im Rahmen der BMFTR-Förderlinie »Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus« gefördert.
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