Das Erbe der DDR ist bis heute Bestandteil der Auseinandersetzung um das Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland. Es erscheint in Diskursen über Recht und Unrecht, im Familienbild und in Diskussionen über die Vereinbarkeit von Elternschaft und Beruf sowie nicht zuletzt im Verständnis von Freiheit und Demokratie sowie in Erwartungen an den Staat. Die Aufarbeitung der SED-Diktatur und ihrer Folgen bleibt auch gut 35 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und der deutschen Einheit eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe in ganz Deutschland. Diesem Ziel diente die Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der DDR-Forschung vom Mai 2017. In ihrem Rahmen wurden zwischen 2018 und 2025 insgesamt 14 vier-bis sechsjährige Forschungsverbünde aus jeweils mehreren Disziplinen gefördert. Mit dieser Maßnahme hat das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bis Ende 2025 nahezu 50 Millionen Euro in die Forschung zur DDR-Geschichte und ihren Nachwirkungen investiert. Die Verbundprojekte dieser ersten DDR-bezogenen Förderrichtlinie (siehe Links unten) arbeiteten zu vielfältigen Themen und Fragestellungen, die von der Wirtschafts- und der Mediengeschichte der DDR über ihr Schul- und Bildungswesen bis hin zu den sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen der politischen Repression im SED-Staat oder dem historischen Erbe der friedlichen Revolution von 1989 reichten.
Mit einer am 13. Juni 2025 veröffentlichten neuen Förderrichtlinie trägt das BMFTR der anhaltend hohen Relevanz des Themas und dem weiterhin hohen Bedarf an wissenschaftlicher Aufarbeitung der DDR-Geschichte Rechnung. Hierbei gilt es, die DDR-Geschichte weiter aufzuarbeiten und sie in einem mitunter widersprüchlichen und komplexen Spannungsfeld zwischen Lebensalltag der Menschen und Diktaturmechanismen von Staat und Gesellschaft auszuleuchten. Dabei sind DDR-Vergangenheit und ihre Nachwirkungen nicht isoliert zu betrachten, sondern sollen vielmehr in ihren deutsch-deutschen sowie europäischen und internationalen Verflechtungen verortet werden.
Mit der neuen Förderrichtlinie eröffnet das BMFTR Hochschulen in Deutschland mittels einer bis zu fünfjährigen Anschubfinanzierung für Forschungsprofessuren und Nachwuchsgruppen die Möglichkeit, eigenständige, auf Nachhaltigkeit angelegte Forschungsschwerpunkte zu DDR-bezogenen Themen aufzubauen. Mit dem Start dieser Forschungsschwerpunkte ist voraussichtlich ab Herbst 2026 zu rechnen. Das BMFTR unterstützt damit die stärkere Verankerung der DDR-bezogenen Forschung in der deutschen Hochschul- und Forschungslandschaft. Zugleich sind Gedenkstätten, Opferverbände und Museen als Forschungs-, Transfer‐ und Bildungspartner in die geförderten Projekte eingebunden. Über enge Kooperationen mit Bildungseinrichtungen werden die Forschungsergebnisse der schulischen und der außerschulischen Bildung bereitgestellt.
Hier finden Sie mehr Informationen zu den einzelnen geförderten Projekten der DDR-Forschung (2018-2025):