Wer sind wir? Woher kommen wir? Was macht uns aus – damals wie heute? In unserem kulturellen Erbe spiegeln sich unsere Werte, Normen, Symbole und Kommunikationsformen wider, die Grundlage jeglicher Sozialisation. Sie schaffen die gemeinsame Basis für gesellschaftlichen Zusammenhalt und zugleich für die Diskussion und Beurteilung von Handlungsoptionen, Entscheidungen und Beurteilungen. Immer wieder aufs Neue.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei, kulturelles Erbe lebendig zu halten und hat dazu mehrere Förderprogramme aufgelegt.
„Allianz für Universitäre Sammlungen“
Aktuell gibt es in Deutschland über gut 1300 Sammlungen an 135 Universitäten und Hochschulen, in denen mehrere Millionen von Objekten bewahrt und genutzt werden. Universitäre Sammlungen gehören zum materiellen Kulturerbe der Wissenschaften. Sie dienen als Forschungsinfrastruktur für verschiedene Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Natur- und Technikwissenschaften. Die direkte Auseinandersetzung mit den Sammlungsobjekten sowie den Ordnungsprinzipien von Sammlungen helfen, wissenschaftliche Fragestellungen zu beantworten oder ganz neu zu stellen.
Damit die Sammlungen besser zur Erschließung, Sicherung, Vermittlung und Zugänglichkeit unseres kulturellen Erbes beitragen können, veröffentlichte das BMFTR 2015 die Förderrichtlinie „Vernetzen - Erschließen - Forschen. Allianz für universitäre Sammlungen“. In diesem Rahmen wurden von 2016 bis 2021 insgesamt 15 Kooperationsprojekte zwischen Hochschulen und Museen mit rund 9 Millionen Euro gefördert.
2021 folgte eine Neuauflage der Förderrichtlinie. Ein zentrales Element ist dabei das Begleitvorhaben der „Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Universitätssammlungen“, das die Vernetzung, den Wissenstransfer und die Integration der Ergebnisse in die bundesweite Sammlungs-Community unterstützt. Die aktuell geförderten Vorhaben laufen bis 2027.
Mit der Förderrichtlinie soll das breite Nutzungspotential der Sammlungen exemplarisch durch sammlungsbezogene Forschungsvorhaben sichtbar gemacht werden. Durch die Forschungseinbindung der Bestände setzt die Förderung zudem nachhaltige Impulse in Bereichen wie Sammlungsmanagement und -erschließung, Sammlungsdigitalisierung sowie Konservierung und Restaurierung. Darüber hinaus erhalten die Sammlungen die Möglichkeit, Allianzen mit ressourcenstarken außer- oder inneruniversitären Kooperationspartnern einzugehen. So können sie zum Beispiel museale Einrichtungen einbinden, die bei Digitalisierungs- oder Konservierungsfragen, Präsentationstechniken, Inventarisierungen oder bei Lehrformaten beratend und unterstützend zur Seite stehen.
Portal Wissenschaftliche Universitätssammlungen in Deutschland
Die vom BMFTR von 2012 bis 2022 geförderte Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Universitätssammlungen in Deutschland unterstützt bundesweit die Sichtbarkeit und Nutzbarkeit wissenschaftlicher Sammlungen. Von 2022 bis 2027 setzt sie das oben genannte Begleitvorhaben im Rahmen der BMFTR-Förderrichtlinie „Allianz für Hochschulsammlungen II“ um.
Das BMFTR fördert zudem seit 2021 zusammen mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur ein Modellprojekt am Forum Wissen der Universität Göttingen. Bis Ende 2026 wird hier erforscht, wie Hochschulsammlungen und interdisziplinäre Forschung in unterschiedlichen Formaten für Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer übersetzt und gesellschaftlich sichtbar gemacht werden können.
DDR-Forschung
Im kulturellen Erbe liegt ein wichtiges Potenzial für die künftige Gestaltung der Gesellschaft. Für das Verständnis von und den Umgang mit gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen ist der Blick in die Vergangenheit essenziell. Dazu gehört auch die Erforschung der Geschichte der DDR.
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