Forschung zum Islamismus

Forschung über islamistische Radikalisierung ist eine wichtige Grundlage für den Kampf gegen Islamismus, für evidenzbasierte Politikberatung und zu Verbesserung der Präventionsarbeit. Das BMFTR fördert daher von 2020-2030 die Islamismusforschung mit bis zu 30 Millionen Euro.   

Buchstabenwürfel, die ergeben Radicalism und Islamism

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert die Forschung zum radikalen Islamismus, um Wissen zu generieren und Politik und Praxis mit Gegenstrategien zu Radikalisierungstendenzen zu unterstützen und zu stärken.

Adobe Stock/Dzmitry

 

Islamismus ist – ebenso wie andere Formen des Extremismus – Teil der gesellschaftlichen Realität Deutschlands und vieler Länder Europas geworden. Radikaler Islamismus richtet sich gegen ein friedliches, sicheres Zusammenleben, gegen gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere freiheitliche liberale Demokratie. Umso wichtiger ist es, die vielfältigen Facetten von Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen extremistischer Ideologien zu verstehen und wirksame Gegenstrategien und -maßnahmen zu entwickeln. Denn nur mit fundiertem Wissen und nachhaltigen Instrumenten kann es gelingen, gesellschaftliche Risikofaktoren zu erkennen und demokratische Werte zu sichern.

30 Millionen Euro für Islamismusforschung

Das BMFTR fördert daher bereits seit 2020 Forschung zum Thema Islamismus. Im Rahmen einer ersten Förderphase (2020-2025) hat das BMFTR 15 Millionen Euro für 12 Forschungsprojekte und das Transfervorhaben „Gesellschaftliche Ursachen und Wirkungen des radikalen Islam in Deutschland und Europa“ (RADIS) bereitgestellt. Dieses Engagement wird ab Herbst 2026 im Rahmen der Förderrichtlinie „Islamismus: Auswirkungen, Gegenstrategien und Präventionsmaßnahmen“ (2026-2030) fortgesetzt, für die das BMFTR erneut bis zu 15 Millionen Euro bereitstellt.

Die Forschungsprojekte wurden und werden durch das Transfervorhaben „Gesellschaftliche Ursachen und Wirkungen des radikalen Islam in Deutschland und Europa“ (RADIS) intern und extern miteinander vernetzt. Zentrale wissenschaftliche Projekterkenntnisse werden mit Maßnahmen des Ergebnis- und Wissenstransfers zusammengeführt und dabei mit relevanten Akteuren aus Wissenschaft, Prävention, Zivilgesellschaft, Politik und der allgemein interessierten Öffentlichkeit in Austausch gebracht.

RADIS-Forschung: Ergebnisse und Handlungsempfehlungen

In den bislang geförderten Forschungsprojekten wurde untersucht, ob und inwiefern sich der Einfluss von islamistischen Akteuren auf das gesellschaftliche Leben, auf Verunsicherungen und auf (wahrgenommene) Bedrohungen auswirkt, welche verschiedenen Strömungen des Islamismus es gibt und wie die Gesellschaft insgesamt bzw. Teile der Gesellschaft damit umgehen. Ebenso wurden verschiedene mögliche Ursachen islamistischer Radikalisierung auf individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene in den Blick genommen.

Auf Grundlage der Ergebnisse werden Politik und Präventionspraxis darin unterstützt, Islamismus nachhaltig zu bekämpfen. 

Die Projektergebnisse sind im RADIS-Sammelband „Islamismus als gesellschaftliche Herausforderung“  als eBook und Softcover verfügbar und als Kurzfassung in Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Türkisch auf der RADIS-Webseite abrufbar.

Verbundvorhaben „Dis_Ident“ - Desinformation und Identitätskonstruktion in der demokratischen Gesellschaft

Ergänzend zu den Projekten der Förderrichtlinien im Bereich Islamismusforschung fördert das BMFTR auf Beschluss des Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages das Verbundvorhaben „Dis_Ident“. In diesem Vorhaben wird eine Bildungs- und Präventionsstrategie gegen israelbezogenen Antisemitismus und islamistische Denkmuster bei Jugendlichen entwickelt und erprobt. Mit analogen und digitalen Konzepten und Methoden soll tief verwurzelten Vorurteilen bei Jugendlichen unterschiedlicher Altersgruppen und verschiedener Schularten wirksam entgegengewirkt werden. Dabei werden kognitive und emotionale Prozesse sowie präventive Gegenstrategien und psychologische Interventionen erforscht und erprobt; tief verwurzelten Vorurteilen soll entgegengewirkt werden. Konzepte und Methoden von Computational Science und KI werden mit Fragen und Methoden der Radikalisierungsforschung verknüpft und digitale Präventionsansätze werden entwickelt und getestet.

Die Verbundkoordination liegt bei der Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention (MIND) gGmbH, Berlin. Die sechs Teilprojekte sind an den folgenden Universitäten angesiedelt: Ludwig-Maximilians-Universität München, Universität zu Köln, Universität Heidelberg, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 

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