Käte Hamburger Kollegs

Globalgeschichtliche Umwälzungen, Transformationen von Kulturerbe und sich wandelnde Forschungskulturen – all diese Themen erfordern internationale und vergleichende Forschungsperspektiven. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bietet mit den Käte Hamburger Kollegs Raum für geisteswissenschaftliche Forschung auf Weltniveau.

Studierende im Hörsaal; © Adobe Stock/kasto

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Käte Hamburger Kollegs bieten Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit, frei von vielen Verpflichtungen des Wissenschaftsalltags zu selbst gewählten Themen gemeinsam mit herausragenden nationalen und internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu forschen. Dazu laden die Kollegs Forschende aus aller Welt, sogenannte Fellows, jeweils bis zu zwölf Monate nach Deutschland ein.

Im Austausch mit anderen Wissenskulturen lassen sich so eigene Selbstverständlichkeiten auf den Prüfstand stellen und neue Perspektiven gewinnen. Durch innovative Ansätze werden kulturvergleichende Forschung sowie geisteswissenschaftliche Methoden weiterentwickelt. Die Kollegs eröffnen einen Raum für interdisziplinäre Forschung, oft auch mit Kleinen Fächern, zu neuen, innovativen Fragestellungen. Auf diese Weise erzielen die Kollegs nicht nur exzellente Forschungsergebnisse, sondern tragen auch zur Internationalisierung der Geisteswissenschaften an den Universitäten in Deutschland bei und stärken die Verbindungen zu internationalen Einrichtungen und Wissenschaftskulturen. Die Förderlinie Käte Hamburger Kollegs wurde 2017 als exzellent evaluiert.

Mit der Förderung der nunmehr zweiten Generation von Käte Hamburger Kollegs setzt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) das erfolgreiche Format fort. Das BMFTR reagierte damit auch auf aktuelle Entwicklungen: In der Förderlinie II werden nun neben „klassischen Kollegs“ auch solche gefördert, die eine transdisziplinäre Fragestellung in der Zusammenarbeit zwischen den Geistes- sowie den Lebens-, Natur-, Technik- oder Ingenieurwissenschaften verfolgen; beispielsweise zu Kulturen des Forschens oder zu globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel.

Die Käte Hamburger Kollegs (Förderrichtlinie 2019):

Käte Hamburger Kolleg für Apokalyptische und Postapokalyptische Studien
Käte Hamburger Kolleg "Kulturen des Forschens"
Käte Hamburger Kolleg „Dis:konnektivität in Globalisierungsprozessen“
Käte Hamburger Kolleg „Einheit und Vielfalt im Recht“
Käte Hamburger Kolleg „Heritage in Transformation“
Käte Hamburger Kolleg „Kulturelle Praktiken der Reparation“
Käte Hamburger Kolleg für Studien zum Messianismus
Käte Hamburger Kolleg "Rohstoffwelten: Kulturen im Umbruch"

Käte Hamburger Kolleg für Apokalyptische und Postapokalyptische Studien 

Das Käte Hamburger Kolleg für „Apokalyptische und Postapokalyptische Studien“ untersucht Systemwandel und -Zusammenbrüche in Gesellschaften, Individuen und Umwelten der Vergangenheit und Gegenwart sowie Zukunftsentwürfe für die Zeit nach Kollapsen. Das transdisziplinär arbeitende Kolleg führt die Apokalypse als Denkfigur und Diskurstradition in den Geisteswissenschaften mit sozial- und naturwissenschaftlichen Ansätzen zusammen, die empirisch beobachtbare Veränderungen von sozialen und/oder natürlichen Systemen in den Blick nehmen. Das Kolleg leistet somit einen Beitrag zu aktuellen Debatten um gesellschaftliche und ökologische Zusammenbrüche und Zukunftsentwürfe.

Direktorium:
Prof. Dr. Robert Folger, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

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Käte Hamburger Kolleg "Kulturen des Forschens"

Das Käte-Hamburger Kolleg „Kulturen des Forschens“ widmet sich den vielfältigen Forschungskulturen der Wissenschaften, deren Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Transformationen. Im interdisziplinären Diskurs steht dabei die Frage im Mittelpunkt, wie sich durch die Orientierung der Wissenschaften auf komplexe Systeme und deren gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel, Energiewende, Biologisierung und Nachhaltigkeit Forschung verändert und wie dadurch die epistemische und partizipative Komplexität des Forschens zunimmt.

Direktorium:
Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger, Prof. Dr. Stefan Böschen, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen


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Käte Hamburger Kolleg „Dis:konnektivität in Globalisierungsprozessen“

Das Käte-Hamburger Kolleg „Dis:konnektivität in Globalisierungsprozessen“ untersucht historische und gegenwärtige Globalisierungsprozesse. Unter dem Fokus des Konzepts Dis:konnektivität überdenkt das Kolleg das aktuelle Verständnis von Globalisierung als unaufhaltsame Intensivierung globaler Verdichtung und Vernetzung und betont hingegen das sich wechselseitig bedingende, spannungsreiche Verhältnis von globaler Verflechtung, fehlender Verbindung und Entflechtung.

Direktorium:
Prof. Dr. Roland Wenzlhuemer, Prof. Dr. Christopher Balme, Prof. Dr. Burcu Dogramaci, Ludwig-Maximilians-Universität München

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Käte Hamburger Kolleg „Einheit und Vielfalt im Recht“

Das Käte-Hamburger-Kolleg „Einheit und Vielfalt im Recht“ untersucht aus historischer Perspektive Phänomene der ungelösten Gleichzeitigkeit von Einheit und Vielfalt im Recht: Rechtsvielfalt, so die These, ist kein Zeichen eines „mangelhaften Rechts“ oder nicht funktionierender Rechtspraxis, sondern vielmehr ein überzeitliches und überregionales Strukturmerkmal des Rechts schlechthin. Das Kolleg möchte den Zusammenhang von Einheit und Vielfalt im Recht auf neue Weise erschließen und als Analyseansatz für verschiedene Phänomene des Zusammenlebens zur Diskussion zu stellen.

Direktorium:
Prof. Dr. Ulrike Ludwig, Prof. Dr. Nora Markard, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

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Käte Hamburger Kolleg „Heritage in Transformation“

Das Käte Hamburger Kolleg „Heritage in Transformation“ (InHerit) entwickelt eine neue, transdisziplinäre und praxisorientierte Form der Heritage Studies, die geisteswissenschaftliche Perspektiven auf global-gesellschaftliche Umwälzungsprozesse in den Fokus stellt. Das Kolleg adressiert zentrale Fragen unserer Zeit – nach Identität und Differenz, Zugehörigkeit und Eigentum oder dem Verhältnis von Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Nicht zuletzt geht es um die Frage, welche Rolle kulturelles Erbe und Naturerbe sowie deren Wechselwirkungen für die zukünftige Gestaltung sozialer und transkultureller Beziehungen spielen können.

Direktorium: Prof. Dr. Eva Ehninger, Prof. Dr. Sharon Macdonald, Humboldt-Universität zu Berlin

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Käte Hamburger Kolleg „Kulturelle Praktiken der Reparation“

Das Kolleg widmet sich der Analyse kultureller Praktiken der Reparation in historischer, transnationaler und transmedialer Perspektive: Im Schwerpunkt. „Geschichte“ geht es um Erinnerungskulturen und geschichtspolitische Diskurse, im Schwerpunkt „Erfahrung“ um individuelle Erfahrungen von Verlust und Beschädigung und im Schwerpunkt „Natur“ um kulturökologische Fragen. Das Kolleg möchte mit seiner Forschung einen Beitrag zur Neuausrichtung der Kulturwissenschaften leisten und Wissen über individuelle und kollektive Reparationsprozesse in einer globalisierten Welt schaffen, das für ein zukünftiges Zusammenleben grundlegend ist.

Direktorium: Prof. Dr. Christiane Solte-Gresser, Prof. Dr. Markus Messling, Universität des Saarlandes

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Käte Hamburger Kolleg für Studien zum Messianismus

Konzepte einer gerechteren Gesellschaft und die Erwartungen ihrer Erfüllung durch
messianische Figuren blicken auf eine lange Tradition zurück und prägen gesellschaftliche und politische, kulturelle und religiöse Dynamiken bis heute. Das Käte Hamburger Kolleg für Studien zum Messianismus analysiert in einem internationalen, interdisziplinären und epochenübergreifenden Kontext typologische Muster, Erzählungen und Bilder messianischer Phänomene. Es erforscht die Potenziale und Chancen ebenso wie die Risiken und Gefahren messianischer Dynamiken. Damit kann das Kolleg forschungsbasiert und systematisch in die Gesellschaft hineinwirken, um substanzielle Beiträge zur Demokratieförderung zu leisten.

Direktorium: Prof. Dr. Barbara Schmitz, Prof. Dr. Christian Wehr

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Käte Hamburger Kolleg „Rohstoffwelten – Kulturen im Umbruch“

Das Käte Hamburger Kolleg Rohstoffwelten erarbeitet Transformationswissen zum Umbruch der Welt in ein postfossiles Rohstoffzeitalter. Es nimmt diesen epochalen Wandel erstmals als Ganzes in den Blick und untersucht in globaler Perspektive, wie Menschen Rohstoffe – ihre Produktion, Nutzung und Zirkulation – sozial und kulturell einbetten und zu Elementen gesellschaftlicher Ordnung machen. Ziel ist es, die Erfordernisse des Umbruchs zu verstehen und Horizonte sozial-ökologischer Transformation aufzuzeigen. Leitend ist die Annahme, dass der Wandel nur gelingt, wenn er an rohstoffbezogene Sinngebungen anknüpft, kulturellen Wandel fördert und Resonanzen in Alltagspraxen und Institutionen findet und dabei Ängste vor Veränderung ernst genommen werden.

Direktorium: Prof. Dr. Mi You, Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt

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Ehemalige Käte Hamburger Kollegs

Insgesamt zehn "Käte Hamburger Kollegs", die zwischen 2007 und 2011 von einem international besetzten Begutachtungsgremium ausgewählt wurden, können auf eine erfolgreiche abgeschlossene BMFTR-geförderte Projektlaufzeit zurückblicken:


KHK Duisburg-Essen: Centre for Global Cooperation Research   
KHK Jena: Imre Kertész Kolleg: Europas Osten im 20. Jahrhundert   
KHK Bonn: Recht als Kultur   
KHK HU Berlin: Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive   
KHK München: Rachel Carson Center Umwelt und Gesellschaft   
KHK Erlangen-Nürnberg: Schicksal, Freiheit und Prognose. Bewältigungsstrategien in Ostasien / Europa   
KHK Bochum: Dynamiken der Religionsgeschichte   
KHK Weimar: Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie   
KHK FU Berlin: Verflechtungen von Theaterkulturen 
KHK Köln: Morphomata. Genese, Dynamik und Medialität kultureller Figurationen

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