Online-Talk: „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und professionelle Verantwortung“

Mit Beate Vinke (Hochschule Düsseldorf), Sebastian Bornemann (IU International University), Aljoscha Jegodtka (IU International University). Ausgangspunkt sind aktuelle Befunde und Beobachtungen zu menschenfeindlichen Einstellungen bei (zukünftigen) Fachkräften in Sozialer Arbeit und Kindheitspädagogik. Für weitere Informationen und zur Anmeldung siehe Link zur ConflictA-Website.

08. Juli 2026 | 14:00 - 15:30 Uhr

Abwertende Einstellungen gegenüber Menschen aufgrund ihrer zugeschriebenen Herkunft, Religion, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, einer Behinderung oder ihrer sozialen Lage sind bis weit in die gesellschaftliche Mitte verbreitet. Sie finden sich auch bei Professionellen in pädagogischen Handlungsfeldern, obwohl sie dort weniger vermutet werden und den professionstheoretischen Idealen sowie dem Selbstverständnis vieler Fachkräfte deutlich widersprechen.

Gerade in Arbeitsfeldern, die von Nähe und Distanz, Hilfe und Kontrolle, Fürsorge und Selbstbestimmung sowie asymmetrischen Machtverhältnissen geprägt sind, können solche Haltungen verheerende Folgen für AdressatInnen haben, indem sie professionelles Handeln offen oder verdeckt beeinflussen in abwertender Sprache, Einschätzungen und Entscheidungen, alltäglichen Routinen ebenso wie in institutionellen Strukturen. Im Ergebnis werden so Zugänge erschwert, Bedarfe übersehen, Beteiligungsmöglichkeiten begrenzt oder Schutz- und Unterstützungsansprüche ungleich eingelöst.

Für Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik und angrenzende Felder wie Bildung, Beratung, Gesundheitswesen, Verwaltung oder zivilgesellschaftliche Arbeit stellt sich damit eine zentrale Frage: Was bedeutet professionelle Verantwortung, wenn Fachkräfte selbst Teil gesellschaftlicher Vorurteile, Machtverhältnisse und Ausschlüsse sind?